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Anfang Dezember traf ich mich mit Kathrin für ihr Babybauchshooting in Suhl. Kathrin ist eine sehr interessante Frau. Sie lebt auf einem Hof nahe Coburg, von dem sie ihre Handspinnerei “Back to the Wheel” aus betreibt.
Wir hatten fantastische Gespräche und ein wirklich winterliches Babybauchshooting, ein gelungener Abschluss meines 12-Monats-Projektes im Jahreskreis.

Schwangere in rotem Kleid steht im Wald und hält Bauch

Liebe Kathrin, du warst die Dezembermama meines a year of growth Projekts. Wir haben in einem Suhler Naturschutzgebiet das Projekt trotz Kälte erfolgreich abgeschlossen. Was empfindest du, wenn du deine Babybauchbilder siehst?

Staunen und Wundern trifft es wohl am besten. Zum Einen muss ich natürlich an das Shooting zurück denken, welches wohl das Kälteste meines Lebens war. Wir hatten gefühlt eine Mini-Eiszeit an diesem Wochenende erwischt. Staunen muss ich aber immer wieder, denn die Schwangerschaft an sich kommt mir wie ein Wunder vor, obwohl ich selbst darin stecke. Ich staune ich über den Körper und obwohl wir heute so wahnsinnig gut über alles informiert sind, kann ich mich nur wundern, wie perfekt die Natur das alles für uns macht. Und ich staune natürlich auch immer über den Bauch. Ich habe selbst keinen größeren Spiegel zu Hause und sehe die „Vollansicht“ recht selten und nun ist schon wieder ein Monat ins Land gegangen und er wächst immer weiter… Wer hat eigentlich behauptet, dass 9 Monate eine lange Zeit sind? Das ging alles so schnell!

Schwangere steht im verschneiten Wald  und hält Bauch

Du erwartest dein erstes Kind im Frühjahr 2020. Wie bereitest du dich auf die Geburt vor?

Inzwischen gar nicht mehr. Ich bin im letzten Trimester und tiefen entspannt. Alles was mir am Herzen lag, mit dem habe ich mich in den ersten beiden Trimestern auseinander gesetzt. Das waren vor allem Dinge rund um das Hypnobirthing, Ernährung in der Schwangerschaft und darum, auf welche Weise ich den kleinen Menschen bei uns empfangen möchte und wie ich unser Familienleben neu ordnen möchte. Und ich habe mir auch all die Dinge angesehen, die Zweifel in meinem Weg säen können, traumatische Geburten, Notfälle, Dinge, mit denen ich selbst nicht im Reinen war und Dinge die einfach als allgemeingültig angenommen werden. In diesem Prozess habe ich ein tiefes Vertrauen in meinen Instinkt und in meinem Körper bekommen. Ich habe meinen persönlichen Weg gefunden, sodass ich nun in Ruhe meinen letzten Wochen genieße, die Tritte gegen die Rippen verknuspere, mich hin und wieder wie ein Walfisch fühle und mich auf die Geburt sehr freue. Das Gebären, diese Kraft, die uns Frauen in diesem Prozess mitreißt, ist für mich eine tiefgreifende seelische Erfahrung, der ich mit viel Ehrfurcht aber auch Faszination entgegen sehe. Und natürlich kreisen meine Gedanken nun immer häufiger um den kleinen Menschen, den ersten Moment wenn wir uns in die Augen sehen können.

Schwangere steht in verschneiten Wald und streichelt Babybauch
Schwangere steht in verschneitem Wald und schaut in Kamera

Deine Pläne für die Geburt sind etwas außergewöhnlich. Was planst du für deine Geburt?

Wir wohnen im Coburger Umland. Hier gibt es es kaum eine Alternative zur Klinikgeburt. Das kam für mich jedoch nie in Frage. Ich würde weder mir noch dem Klinikpersonal damit einen Gefallen tun. Ich habe im Verlauf der Schwangerschaft abchecken lassen, ob einer außerklinischen Geburt medizinische Gründe entgegen stehen, beispielsweise hat meine Plazenta die Sache etwas spannend gemacht. Aber sowas lässt sich ja klären und abwägen. Mein Wunsch war stattdessen eine Hausgeburt. Wir leben jedoch auf einem Hof in einer Gemeinschaft mit Mensch und Tier und immer währender Verantwortung und Action. Zusammen mit dem Umstand, dass ich Erstgebärende bin und mich für die Geburt von all dem Trubel zurück ziehen können möchte, erschien mir ein Geburtshaus als das bessere Setting. Das nächste Geburtshaus von Coburg aus gesehen ist in Erfurt. Also haben wir uns auf einen geplant ungeplanten Urlaub in Erfurt eingerichtet. Wir nehmen uns bei den ersten Anzeichen, dass der Kleine in Startpostion geht, ein schönes Zimmer in einem Hotel mit Roomservice und Badewanne und fahren gemütlich nach Erfurt. Dort bleiben wir auch über die erste Phase des Wochenbettes, genießen diese besondere Zeit und lernen unsere “Erfurter Puffbohne” kennen. Wir gönnen uns sozusagen einen Geburtsurlaub.

Du überlegst deine Geburt fotografieren zu lassen. Was bringt dich zu dieser Überlegung?

Die Authentizität, die darin liegt. Ich bin kein Fan von glatt gebügelten Neugeborenenbildern, für die sich die frisch gebackene Mama vielleicht noch mit Mühe die Strapazen aus den Gesicht schminken muss. So ist das Leben einfach nicht. Wir Frauen können so stolz auf das sein, was wir leisten – vor der Geburt, nach der Geburt mit dem Kind und auch unter der Geburt. Natürlich ist das alles kein Spaziergang, also warum soll man das nicht sehen und zeigen? Vieles rund um die weiblichen Prozesse ist noch schambehaftet oder einfach nichts, was man locker flockig mit Freunden bespricht. Dagegen sträube ich mich ein wenig.

Und es gab eine zweite Überlegung: Bisher zeigte ich keine privaten und intime Momente öffentlich. Und unter der Geburt ist man nackt, ich meine seelisch und metaphorisch. Menschen können dich ohne Maske im verletzlichsten Moment sehen. Das ist etwas, wo ich sehr nachdenke, ob und wieviel ich davon preisgebe. Und letztlich kann ich das auch noch im Nachgang entscheiden. Aber auf der anderen Seite habe ich Freundinnen, die mit der Geburt Angst und Leiden verknüpfen oder bereits Geburten als qualvoll, als Notfall oder als traumatisch erlebt haben. Ich habe diese Angst nicht und möchte ihnen Mut machen, zeigen, dass wir Frauen das grundsätzlich können und eher die Rahmenbedingungen und die in vielen Regionen fehlende Geburtskultur, anstatt unsere Fähigkeit zu Gebären in Frage zu stellen sind. 

Schwangere liegt auf Pelz im Schnee

Du hast auch Lust auf ein Babybauchshooting im Schnee oder in einem sommerlichen Wildblumenfeld? In Frankfurt am Main, Wiesbaden, Darmstadt oder Umgebung? Schreibe mir gerne eine Nachricht und wir planen dein perfektes Babybauchshooting.

Annemarie Lea ist eine Babybauchfotografin aus Frankfurt am Main.
Sie fotografiert Schwangere in Frankfurt, Hanau, Aschaffenburg und Umgebung.

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